Quadriga auf dem Brandenburger Tor, Berlin

Mit 116 Abbildungen: Die in Kupfer getriebene Quadriga auf dem Brandenburger Tor in Berlin wurde in den Jahren 1790 bis 1795 von Johann Gottfried Schadow gestaltet. Die griechische Friedensgöttin Eirene steht auf einem römischen Triumphwagen, der jedoch, wie auch dessen Räder, nicht in Kupfer getrieben ist, sondern gegossen wurde. Die Wagenlenkerin hielt zunächst eine Lanze mit einem Lorbeerkranz an der Spitze, auf dem wiederum ein römischer Adler saß (Demandt 2004: 35).

Nach der Niederlage der Preußen gegen Napoleon ließ dieser 1806 die Quadriga vom Tor abmontieren und nach Paris schaffen. Der Kupferschmied Jury aus Potsdam, der zuvor die Pferde selbst geschaffen hatte, wurde mit der gesamten Demontage beauftragt. Nach der Niederlage Napoleons bei Leipzig 1813 und dem Einzug der Gegner Napoleons 1814 in Paris holten sich die zuvor bestohlenen Königreiche ihre Kunstgüter zurück; so auch auch Preußen. Da eines der Pferde von Schadow König Ludwig XVIII. besonders gefallen hatte, bat man sich aus, einen Gipsabguss davon anzufertigen zu können, um dieses Pferd als Kopie für die zerstörte Reiterstatue Heinrich IV. am Pont Neuf zu verwenden. So steht nun das links außen angespannte Pferd auch an der Seine in Paris (siehe zum Vergleich Artikel in Wikipedia zum Pont Neuf mit einer Fotografie vom Reiterdenkmal, zuletzt aufgerufen am 18. September 2015). Da die Skulpturen durch die Demontage, Lagerung und Reise sehr stark gelitten hatten, musste sie vor der Wiederaufstellung restauriert werden. Die Lanze mit dem römischen Adler war verloren gegangen und wurde auf Wunsch von Preußens König Friedrich Wilhelm III. durch eine von Karl Friedrich Schinkel u.a. mit dem Eisernen Kreuz und einem preußischen Adler neu gestalteten Lanze ersetzt. Die ursprüngliche Friedensgöttin wurde somit zur „Siegesgöttin“, das vormalig benannte „Friedenstor“ war nun ein Siegestor und der Platz vor dem Tor wurde nach dem Sieg über Napoleon zum „Pariser Platz“ umbenannt (Demandt 2004: 36ff.).

Während des Zweiten Weltkrieges hatte das Brandenburger Tor und die Quadriga durch gezielte Panzer- und Artilleriefeuer starke Beschädigungen erfahren. Erich Honecker ließ zum 1. Mai 1950 von Angehörigen der von ihm geleiteten FDJ die letzten Überreste der Quadriga vom Tor entfernen. Am 27. September 1958 wurde jedoch wieder nach langem Hin und Her zwischen Ost- und Westberlin eine Kopie der Quadriga auf dem Brandenburger Tor aufgestellt, allerdings hält die Wagenlenkerin nur die  Stange mit einem Eichenlaubkranz, ohne schinkelschem Siegeszeichen, dem Eisernen Kreuz und preußischen Adler. Für die Wiederherstellung des Ensembles wurde auf Gipsabdrücke zurückgegriffen, die 1942 von der Göttin und den Pferden, jedoch nicht vom Wagen und der Lanze, angefertigt worden waren und die in der Gipsformerei in Berlin-Charlottenburg lagerten (Demandt 2004: 43ff.).

Nach dem Mauerfall 1989 entwickelte sich die anschließende euphorische Sylvesterfeier am Brandenburger Tor wiederum zum großen Schaden der Quadriga. Feiernde fanden einen Weg auf das Dach zur Quadriga, ritzten dort Graffities in die Kupferoberfläche (u.a ist auf der Rückseite noch ein Graffiti auf der linken Wade der Wagenlenkerin mit dem Datum 1.1.90 in der Nahaufnahme erkennbar), schlugen mit Sektflaschen auf das Metall ein und beschädigten u.a. das Zaumzeug, den linken Arm sowie den Lorbeerkranz auf dem Kopf der Viktoria. Die dadurch notwendig gewordene und aus Spenden finanzierte Restaurierung wurde 1991 abgeschlossen. Die wiederhergestellte Quadriga erhielt am 15. Juli 1991, diesmal mitsamt der von Schinkel gestalteten Lanze (Eisernes Kreuz und preußischer Adler) ihren angestammten Platz auf dem Dach des Brandenburger Tors zurück (Demandt 2004: 50f.).

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Daten zur Quadriga auf dem Brandenburger Tor in Berlin-Mitte

Name: Quadriga auf dem Brandenburger Tor
Standort: Pariser Platz, Berlin-Mitte, Berlin, Deutschland
Objekttyp:
Quadriga
Genre:
Skulptur
Zeit:
1790 – 1795, 1816 (Lanze mit Eisernem Kreuz und preußischem Adler)
Stil:
Neoklassizismus
Bildhauer: 
Johann Gottfried Schadow (1764- 1850)
Urheber:
Karl Friedrich Schinkel (1781 – 1841) (Lanze mit Eisernem Kreuz und preußischem Adler, 1814)
Bemerkung:

Material:
Kupfer
Darstellung: Nike/Viktoria, Eirene, Pferde, römischer Triumphwagen, Lorbeerkranz, preußischer Adler

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Literatur und Quellen

Bildergalerie

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Bildträger: Fotografie
Format:
digital
Foto:
Andres Imhof
Kamera:
Fujifilm X-T1
Datum:
16.09.2015
Uhrzeit:
10:35 – 12:21 Uhr

Creative Commons Lizenzvertrag
Die Bilder dieser Bildergalerie von der Quadriga auf dem Brandenburger Tor von Andres Imhof sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.

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